Posted by on 29. September 2018

Welcome to Austria!

Über den Wurzenpass erreiche ich Österreich, das 32ste und letzte neue Land meiner Reise, denn Deutschland zählte zu Beginn bereits als erstes Land.

Die Abfahrt ist so steil, dass ich aus Sicherheitsgründen mehrmals anhalten muss, bis die glühend heißen Felgen wieder abgekühlt sind. Meine Rigida Big Bull Felgen sind sehr stabil, aber seit ich mein Reiserad vor fünf Jahren gebaut habe, sind die Felgen 53.000 km gerollt und gebremst worden, ich habe nicht mehr vollstes Vertrauen.

Steilheit ist schwer zu fotografieren, ein bisschen kann man erahnen wie steil die Straße links im Bild aus dem Wald herunter kommt. Laut Schild sind es 18% für 1 km.

Unten im Tal kurz vor Villach bestaune ich die schottischen Hochlandrinder. Neben dem Wasserbüffel sind es meine Lieblingswiederkäuer.

In Neuseeland waren wir von den Hängebrücken fasziniert, die Österreicher sind da aber wesentlich kreativer.

Anschließend folge ich der Drau. Der Drauradweg ist gut besucht. Eine nicht repräsentative Studie meinerseits, also eher mein Eindruck, ergibt: Über die Hälfte der verkehrenden Zweiräder sind E-bikes.

Abends zelte ich direkt am Flussufer.

Bis Obervellach folge ich der Drau, bzw. ab Möllbrück der Möll. Nach einer Rast begebe ich mich in den Anstieg nach Mallnitz. 500 Höhenmeter auf 8 Kilometer Strecke. Genau eine Stunde benötige ich, mit 40-45 kg unter den Beinen bin ich mit dieser Leistung sehr zufrieden.

Für 4,80 € fahre ich mit dem Zug durch den Tunnel. Zehn Minuten später bin ich auf der anderen Seite des Alpenhauptkammes in Bad Gastein.

Einen Platz zum Zelten finden, in einem gut strukturierten engen Tal, das ist nicht leicht. Im Sicht- und Lärmschutz hinter einer alten Scheune werde ich fündig. Die Straße ist recht nah, aber besser geht es hier nicht.

Regentag. Ab jetzt bekomme ich fast nur noch schlechtes Wetter bis ich in wenigen Tagen in Nürnberg ankomme. Morgens ist es noch trocken, aber schnell holt mich der Regen ein. In Werfen sperre ich den Regen zwei Stunden aus und wärme mich in einer Pizzeria. Draußen schüttet es ohne Pause, aber irgendwann muss ich weiter.

Nass und zäh erreiche ich Salzburg, allmählich lässt der Regen nach. Endlich kann ich mir trockene Kleidung anziehen.

Bei Oberndorf könnte ich über die Brücke nach Deutschland, bis Tittmoning will ich aber noch auf der österreichischen Seite der Salzach bleiben. Aus der Ferne erkenne ich die Deutsche Flagge, oben auf der Brücke sogar die Fränkische. Auf einem Schild steht, dass diese Brücke zu den schönsten in ganz Europa zählt.

Die letzte Nacht im Ausland verbringe ich im Wald neben der Salzach. Dummerweise habe ich meine Kleidung über mein Rad zum Trocknen aufgehängt. Trockener wird sie nicht, denn es regnet über Nacht.

20 km sind es am nächsten morgen bis Tittmonning, dort überquere ich, bereits eingeregnet, die Salzach nach Deutschland.

 

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